Hallo Joel,
das ist ein Thema, welches ich seit über 30 Jahren sehr kritisch gegenüber stehe, und mit meiner Haltung vor vielem Falschen, in bezug auf die biblische Lehre, bewahrt worden bin.
Wenn ich sage, dass die Schriftforschung bis heute nicht aufgehört hat, dann wirst Du mir sicher zustimmen.
Kannst Du mir auch zustimmen, dass sie zu Luthers Zeiten noch nicht so exakt war, wie heute?
Du weisst genau wie ich, dass man heute viel mehr Schriftfunde zur Verfügung hat, als man eben früher hatte.
Die vielen Schriftfunde, die bisher gefunden wurden, tragen eben dazu bei, dass die Schrift-Wissenschaftler in ihrer Arbeit weiterkommen.
Zitat
Aus irgendeinem Grund meinen nun die meisten christlichen Übersetzer, dass die Mehrzahl von Sabbat als Woche übersetzt werden darf. Das erscheint mir etwas konfus. Das wäre etwa so, wie wenn ich mit "Sonntage" eine Woche meine
Der Grund könnten eben die weitern Schriftfunde und damit bessere Erklärung sein.
Wenn Du schreibst, dass Dir dies konfus erscheint, dann nehme ich an, dass Du die alten Sprachen, wie Hebräisch, Aramäisch, Griechisch usw. beherrscht, wie sonst könnte man es beurteilen. Du könntest nicht den Schriftforschern eine Hilfe sein. -
Zu den Übersetzungen.
Du schreibst:
Zitat
Weil die Übersetzung vom "ersten Tag der Woche" umstritten ist - weshalb habe ich ja in meinen zweiten Beitrag erklärt.
Im ersten Beitrag habe ich zudem Übersetzungen zitiert, welche mit dieser Übersetzung nicht einverstanden sind: das Konkordante Neue Testament, die originale Luther-Übersetzung und weiter auch die Dabhar-Übersetzung von Baader. Baader hat in seinem Buch "Wortbetrachtungen – Band 1" diese Übersetzung auch ausführlich begründet. Wenn du Interesse hast, kann ich dir die entsprechenden Seiten scannen und zuschicken. Ansonsten findest du auch im Internet Artikel zum Thema. Hier ein Beispiel (das ich nur schnell überflogen habe):
http://www.christianismos.de/2005/abendmahl.cfm
Zu "Baader":
Zitat
Die Zielsetzung der Baaderschen Übersetzung ist sicher zu begrüssen: Der Wortlaut der Heiligen Schrift als des unfehlbaren Gotteswortes soll möglichst genau erfasst und vermittelt werden. Bewundernswert ist auch der enorme zeitliche und finanzielle Aufwand, der offensichtlich in die Erreichung dieses Zieles investiert worden ist und noch investiert wird. Dennoch ist dieses Werk aus sprach- bzw.
übersetzungswissenschaftlicher Sicht eindeutig als negativ zu beurteilen. Baaders Programm muss als Irrweg, seine Übersetzung als nahezu wertlos, ja in einer gewissen Weise auch als theologisch gefährlich bezeichnet werden. Diese Beurteilung drängt sich u.a. aufgrund folgender Überlegungen auf:
Kennst Du die "Gemeinde", von der Du mir den Link angegeben hast? Ich weiss nicht in welcher Gemeinde Du Deine geistliche Heimat hast, aber vertrittst Du die Lehre der "FREIE APOSTOLISCHE PFINGSTGEMEINDE "? (Habe ich in den letzten 32 Jahren noch nie gehört) Oder hast Du Dir schnell eine, Deiner Meinung entsprechende Gemeinde-Seite im Web gesucht? -
Ich habe mich einige Zeit auf deren Seite aufgehalten, - schade um die Zeit. Eines muss ich sagen:
ACHTUNG Allversöhnung! Es handelt sich um eine gefährliche Irrlehre, von denen es, wie uns Gottes Wort sagt, in den letzten Tagen viele geben wird. Wie in vielen Religionen, auch christlichen Religionen, nicht nur die Sieben-Tags-Adventisten, bringen diese Leute Judentum und Christentum, Gesetz und Gnade, und vieles mehr, durcheinander.
Auch die ZJ haben ihre eigene Bibel, warum wohl? - Dies aber weiter zu erläutern, ist hier nicht der Platz.
Darf ich Dir als Hilfe die Seite, auf der die Stellungnahme eines Mannes zu finden ist, der seit vielen Jahren an der Schriftforschung und den Bibel-Übersetzungen mitarbeitet, empfehlen aufzusuchen und dort die Bewertungen der Übersetzungen zur Kenntnis zu nehmen. Hier einen Ausschnitt aus dem, was Dr. von Siebenthal dazu sagt:
Zitat
"4. Empfehlenswerte Übersetzungen[ 8 ]
Wem daran gelegen ist, den von Gott im Original vermittelten Inhalt in einer Übersetzung tatsächlich möglichst unverfälscht wiederzufinden, der ist mit der Dabhar-Übersetzung und ähnlich konzipierten - der konkordanten Übersetzungstechnik verschriebenen - Versuchen (einschliesslich der Interlinearübersetzungen[ 9 ]) schlecht beraten. Er sollte zu Übersetzungen greifen, die diesen Namen verdienen.
Auch Interlinearübersetzungen beraten schlecht.
Zu diesen zählen neben der bewährten Luther-Bibel (Luther 84; wegen der altertümlichen Sprache aber nicht optimal verständlich): Menge (aus philologischer Sicht besonders zu empfehlen [Menge war ein führender - bibelgläubiger! - Altphilologe]; trotz des an der letzten Jahrhundertwende orientierten Sprachstils recht gut verständlich), Schlachter (die Verständlichkeit ist durch die z.T. veralteten Ausdrucksweise nicht wesentlichbeeinträchtigt), revidierte Elberfelder (wegen der Betonung der Formtreue lässt die Verständlichkeit nicht selten zu wünschen übrig)."
Die Hervorhebungen in beiden Zitaten sind von mir.
Dr. Heinrich von Siebenthal, er promovierte 1980 (in Liverpool) nach einem Studium in den Bereichen Gräzistik, Hebraistik, Anglistik und Alte Geschichte an den Universitäten Zürich und Liverpool. Er ist Dozent für Biblische Sprachen und Textforschung an der FTA Giessen sowie Mitverfasser und -herausgeber verschiedener Werke zu den Grundsprachen der Bibel. Den oben angeführten Auszug findest Du hier:
http://www.bibelbund.de/htm/98-3-181.htm.
Von daher ist die Übersetzung von Apg 20,7:
7 εν δε τη μια των σαββατων συνηγμενων ημωνα τωντσβ μαθητωντσβ τουτσ κλασαι αρτον ο παυλος διελεγετο αυτοις μελλων εξιεναι τη επαυριον παρετεινεν τε τον λογον μεχρι μεσονυκτιου
7 Am ersten Tage der Woche aber, da die Jünger zusammenkamen, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und wollte des andern Tages weiterreisen und zog die Rede hin bis zu Mitternacht.
nicht nur von wenige einzelnen, sondern von vielen anerkannten Wissenschaftlern aus vielen Ländern, gläubig und ungläubig, übersetzt worden. Die ich persönlich kenne, sind wiedergeborene Christen, gehören keiner christlichen Religion an. Sie haben in den Jahren die Elberfelder (nicht revidierte) Übersetzung überarbeitet.
Vor solchen Übersetzern, die sich für ihre eigene Lehre (besser gesagt Irrlehre) ihre eigene Bibelübersetzung zimmern, muss ich warnen.
Liebe Grüsse
Waldemar