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Heilung, wie funktioniert das genau?

borny borny
Insider
erstellt am: 14. 12. 09, 23:41 Uhr

Ich durfte auch schon Heilung erfahren in meinem Leben und dafür bin ich Gott dankbar, doch ich wurde längst nicht von allem geheilt. Ich erlebe immer noch Schwächen und Einschränkungen in meinem Leben. Doch diese nehme ich Heute nicht mehr so wichtig, oder zumindest nehme ich sie nicht mehr so wichtig, dass ich mich selbst darüber definiere (wie ich das früher getan habe). Ich denke es kann auch eine wertvolle Erfahrung sein, wenn man sich seiner Schwächen/Einschränkungen bewusst ist, ich muss persönlich ja nicht alles können. Diese Dinge kann ich auch gut Gott anvertrauen, weil ich weiss, dass er sich um mich kümmert. Das tut er in einer besonderen Weise wenn wir ihm die Dinge anvertrauen, natürlich in dem Vertrauen, dass er eingreift, aber das muss längst nicht immer eine körperliche Heilung betreffen.

Gott zeigt uns manchmal gerade durch die Ereignisse oder Situationen, welche für uns nicht einfach sind, Dinge auf, aus denen wir lernen können. Ich konnte persönlich bis 12 Jahre kaum von Hand schreiben (aufgrund meiner Motorik), ich wuchs neben dem Sportplatz auf, konnte aber kaum Sport treiben (aufgrund meiner schlechten Koordination). Ich war zum einen intelligent, zum andern hatte ich grosse Mühe mich zu konzentrieren. Später merkte ich, dass Gott gerade aus den Dingen mich positiv prägte, die für mich am schwersten waren in meiner Kindheit. Ich kann heute Sport treiben und ich bin Gott unendlich dankbar dafür. Ich durfte eine Mannschaft mit Menschen, welche eine geistige Behinderung haben trainieren, und meine eigenen Erlebnisse führten dazu, dass ich ihnen gegenüber die Geduld und die Liebe aufbringen konnte. Ja ich habe Verständnis für ihre Situation. Und habe diese Leute sehr ins Herz geschlossen.

Es gibt in meinem Umfeld einfach viele Menschen, die haben eine innige Beziehung zu Gott, sie erleben aber auch viel Leid. Sicherlich führt mangelndes Vertrauen dazu, dass wir Gott es nicht zutrauen und er vielleicht auch aufgrund dessen nicht eingreift. Im Jakobusbrief wird einer der zweifelt als eine Meereswoge bezeichnet, welche vom Wind getrieben wird - einmal hierhin, einmal dorthin. Doch man kann nicht pauschal sagen, dass wer nicht geheilt wird zuwenig vertraut. Jakobus geht auch speziell auf das Gebet für den Kranken ein und er schreibt da:

Bibel
Macht jemand von euch Schweres durch? Dann bete er! Erlebt jemand eine Zeit der Ermutigung? Dann singe er Loblieder! Ist jemand von euch krank? Dann bitte er die Ältesten der Gemeinde zu sich, damit sie für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Ihr Gebet, im Glauben gesprochen, wird dem Kranken Rettung bringen; der Herr wird ihn seine Hilfe erfahren lassen. Und wenn er Sünde begangen hatte, wird ihm vergeben werden. (Jakobus 5,12-15)


Interessant ist, dass es in diesem Abschnitt erstmals gar nicht um die Heilung geht, sondern um die Rettung, welche der Kranke erfahren darf. Ich finde es wichtig einem Kranken der an Gott glaubt sagen zu können, dass er gerettet ist, egal ob er gesund wird oder nicht. Damals wurde Krankheit noch viel mehr mit Sünde in Verbindung gebracht, als das Heute getan wird. Das erkennt man auch daran, wie die Jünger Jesus einst fragten, bezüglich des Blindgeborenen, wer denn nun eine Sünde begangen hätte, er oder seine Eltern? Jesus gab zur Antwort: Weder noch, denn an ihm soll die Grösse Gottes sichtbar werden. Ich denke in der Priorität hat die Rettung, die Vergebung der Schuld vorrang und nicht ob jemand geheilt wird (was schön ist) oder nicht. Erst nach diesem Abschnitt geht es darum für den Menschen zu bitten, dass er geheilt werde:

Bibel
Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines Menschen, der sich nach Gottes Willen richtet, ist wirkungsvoll und bringt viel zustande. (Jakobus 5,16)


Es ist deshalb wirkungsvoll, weil Gott wirkt. Ich denke das Gebet allein vermag nichts auszurichten. Aber im Gebet haben wir den Zugang zu Gott. Ein guter Theologe meinte mal: Das Gebet ist das Kennzeichen eines Christen. Warum? Weil es ein Ausdruck einer persönlichen Beziehung zu Gott ist. Es gibt heute leider viele Theologen, die sinnen gerne nach über Gott und die Welt, sie halten Lehrvorträge über alle möglichen Dinge, doch viele von ihnen beten nicht. Für sie ist Gott gut und recht - als Forschungsobjekt - doch er ist für viele von ihnen ein ER, aber Gott ist für sie kein DU.

Bibel
Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter. Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, so dass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch ja zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, wenn wir beten: "Abba Vater!"


Ich finde diesen Vers wunderschön, Gottes Geist ruft in uns Abba* Vater. Gottes Geist macht uns quasi fähig überhaupt erst diese persönliche Beziehung zu leben. Das denke ich sollte absoluter Vorrang haben. Wir können in dieser Welt viel schweres erleben, doch es gibt eine Zusage, die finde ich sehr ermutigend: Gott wird uns wenn er uns in seine Herrlichkeit aufnimmt alle Tränen abwischen. Auch trauernde Menschen werden glücklich zu preisen sein, weil sie Trost erfahren werden. Die Bibel ist für mich an vielen Stellen ein Buch der Hoffnung, wir können Heilung sicherlich auch hier erleben, sie ist aber doch erstmals ein Zeichen dafür, dass Gott nichts unmöglich ist und dann ist es auch ein vorgeschmack auf das was in vollkommener Hinsicht noch geschehen wird, die absolute Wiederherstellung dessen was in Argen liegt.

*(Hebräisch-aramäisches Wort mit der Bedeutung (mein) Vater - Anrede des Vaters durch sein Kind)

Lieber Gruss
borny

Buell Buell
Insider
erstellt am: 15. 12. 09, 15:31 Uhr

borny

1. Was sind die Ursachen, dass ein Mensch leidet?
2. Woran liegt es, dass der eine Heilung erfährt, ein anderer jedoch nicht?
3. Welches Ziel verfolgt Gott damit, wenn er jemanden heilt? Welches Ziel verfolgte Jesus damit, wenn er Menschen heilte? Denn sind wir doch ehrlich, früher oder später sind auch jene gestorben, die mal Heilung erfahren durften in ihrem Leben. Und der Tod, ist zumindest mal, wenn er auf eine natürliche Art geschieht, die "Vollendung" einer kürzeren oder längeren Phase einer leidenszeit.
4. Welche Unterschiede bestehen zwischen der Heilung (dass wir körperliche Heilung erleben) und der Rettung (dass Gott uns annimmt)?
5. Wenn es eine Skala gäbe zum Thema Heilung, wo befindet ihr euch dann ganz persönlich? Diese könnte reichen von einer totalen Überzeugung, dass Gott noch heute heilt, über eine gewisse Unsicherheit, warum man es selbst oder im Bezug auf andere wenig wahrnimmt, bis hin zu grossen Zweifeln, dass Gott Heute noch heilt. Vielleicht begründet ja der eine oder andere seine Einordnung in dieser Skala.
borny

1. kann es einem immer gut gehen? ich denke leiden gehört zum leben...
2. hmmm. ich weiss es nicht. aber ich frage mich, ob leute, die jesus nicht in ihr leben lassen, je von ihm geheilt werden können, denn das glaube ich nicht. ansonsten: ich glaube, dass man leidenszeiten stärker wird, aber was für ziele gott wirklich verfolgt, wenn wir leiden müssen, weiss ich auch nicht...
3. vielleicht will er dir eine freude machen? oder er brauht dich an einem neuen ort, wo du deine gebrechen loshaben musst...
4. dass gott uns annimmt ist für mich eine voraussetzung für heilung durch ihn. wenn er uns annimmt erhalten wir das ewige leben, das erhältst du bei einer heilung ja nicht (aber meiner meinung nach hast du das ewige leben da schon).
5. bei einer 10 von 10. ich glaube daran, dass er noch heilt. aber ich kann mir vorstellen dass er hier im westen, wo er regelrecht verdrängt wird, nicht mehr so viel heilt wie in anderen teilen der erde.

Lena Lena
Abgemeldet
erstellt am: 15. 12. 09, 22:28 Uhr

Hoi Borny

Leider kenne ich mich da gut aus.

Mein Mann leidet seit ^Jahren an einer misteriösen Krankheit - keiner weiss was er hat, keiner weiss von wo er es hat und keiner weiss, wass auf uns zukommt.
Morgen haben wir wieder einen Termin im Spital. Vielleicht erfahren wir, dass er eine ganz krasse Krankheit hat, die alles verändern würde. Wielleicht erfahren wir, dass er nur noch kurz Leben wird, vielleicht erfahren wir, dass alles Harmlos ist und alles normal wird. Und am wahrscheinlichsten ist, dass wir danach genau gleich viel Wissen, wie zuvor. Wie seit 5 Jahren!
Warum lässt Gott das zu? Ich weiss es nicht, aber er lässt es. Dann wird es einen Grund haben. Vielleicht können wir Zeugnis sein für unsere Mitmenschen, dass sie beginnen, nach Gott zu Fragen, vielleicht rüstet Gott uns auf unsere Lebensaufgabe zu. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. In der Ewigkeit, werden wir Gott fragen können, aber ich glaube, da wird es mich nicht mehr interessieren. Gott hat unterschiedliche pläne mit uns. Desshalb verlaufen unsere Leben unterschiedlich. Heilung ist immer Gnade. Wenn die Heilung ausbleibt, ist das kein Indiz dafür, dass Gott jemanden verlassen hat.
Wir sagen uns immer, Gesundheit ist schön (und Ihr, die sie habt, seit Gott dankbar dafür!!!!) aber wichtiger ist das Seelenheil. Wenn Mein Mann sterben sollte, dann weiss ich, dass ich ihn wiedersehen werde. Dass er mir nur vorausgegangen ist. Und dass er nicht mehr leiden muss. Ich für mich wüsste nicht, wie ich das durchstehen könnte, aber Gott würd mir die nötige Kraft geben! Lassen wir aber das wäre, und hätte, ich bin vom Thema abgeschweift.
Für mich steht zu 1000% fest, dass Gott noch heute heilen kann und tut, ich habe schon so viele wunderbare Geschichten gehört.
Ich weiss nicht, warum wir durch dies düstere Tal gehen müssen, aber ich merke, wie andere Menschen nicht verstehen können, dass wir nicht schon längst resigniert haben. Hey, schaut euch mal al das wunderbare an, das wir haben. Was Gott täglich für uns tut, obwohl wir ihn viel zu oft links liegen lassen.

Jeder Tag ohne Schmerzen und Gebrechen ist ein Geschenk Gottes!

borny borny
Insider
erstellt am: 15. 12. 09, 23:05 Uhr

Hi Lena

Ja, ich denke auch, dass wir das was wir von Gott bekommen, als Geschenk annehmen sollen und Gott den Dank nicht schuldig bleiben sollen. Ich denke wir können viel schöne Momente mit Gott erleben, auch wenn wir vielleicht nur teilweise geheilt werden oder wir gar nicht geheilt werden. Wie ich schon dargelegt hatte, mache ich auch einen Unterschied zwischen der Rettung (dass Gott mich ganz persönlich als sein Kind annimmt, mir meine Schuld vergibt, ich Bürger seines Reichs sein darf, etc) und einer körperlichen Heilung. Und das Ereignis, dass für uns am Einschneidensten ist - der Tod, der uns unweigerlich voneinander trennt - ist in Gottes Augen kaum feststellbar. Wir können in Jesus Christus schon hier auf Erden zu völlig neuem Leben finden. Eines das den Tod übersteht, eines das wie für alle Ewigkeit haben. Das gibt uns Hoffnung, auch in allen Leiden. Paulus ist mir diesbezüglich ein grosses Vorbild. Er wünscht es sich zwar sehnlichst bei Gott zu sein, erkennt aber auch, dass es wichtig ist noch eine Weile unter denen zu sein, die ihn brauchen. Es tut gut zu wissen, dass der Tod nicht das Letzte ist, dass es hinter dem sichtbaren Lebenshorizont ein Land gibt - kein "non plus ultra", sondern ein "plus ultra" lässt uns der Glaube erkennen. Und ich habe keinen Zweifel an dieser für mich noch unsichtbaren Welt. Entgegen aller Kritiker, welche mir sagen das Leben sei eine Scheibe und dahinter gebe es nichts :).

Ich darf aber auch wissen, dass Gott diese Dinge nicht egal sind, er wird uns einst alle Tränen abwischen, er nimmt Anteil daran, was uns beschäftigt, er ist fürsorglich, die Erinnerung bleibt wohl bestehen, auch in der zukünftigen Welt. Doch gerade der Umstand, dass wir in seiner Gegenwart leben dürfen, dann in vollkommener Weise, wird uns mit Dank erfüllen, wir werden immer Dankbar sein für das was er für uns getan hat. Den Focus richte ich daher in meinem ganz persönlichen Leben auf das was er für mich getan hat, ich danke ihm dafür, dass ich sein Kind sein darf und damit auch einen Anspruch auf das Erbe habe. Trotz aller Schwierigkeiten, lässt mich das immer wieder mit Dank erfüllen.

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