Insider
erstellt am: 12. 3. 10, 17:29 Uhr
Ich gehe in eine Gemeinde in der alles perfekt organisiert ist. Kinderhüte, Sonntagsschule ab dem Kindergarten, jede Schulklassenstufe für sich, Unti für die Teenies, Jungschar, Jugendgottestdienst an einem Abend für die Jugendlichen, an einem anderen Abend der GD der jungen Erwachsenen und am Sonntag für die verschiedenen Gruppen der Erwachsenen drei Gottesdienste (verschiedene Sprachen) und Seniorentreffen. Was dabei total verloren geht, falls man nicht in der Gemeinde aufgewachsen ist oder durch einen Dienst ausserhalb der eigenen Gruppe hat, ist der Kontakt zwischen den Generationen. Den berühmten Generationenkonflikt gibt es bei uns schlicht und einfach nicht. Klar haben auch bei uns die Ältesten das Sagen, aber davon merken wir in der Jugi nichts, weil wir sehr frei sind unsere Zeiten so zu gestalten wie wir wollen. Ich gehe anderthalb Jahre in diese Gemeinde und ausser den Pastoren und ganz wenigen Eltern hat noch kein Erwachsener jemals ein Wort mit mir gewechselt. Dabei schätze ich die Weisheit der älteren eigentlich sehr. Ich denke, es ist nicht der richtige Weg für eine Gemeinde, sich dermassen aufzuspalten. Tönt hart, ich weiss, besonders, weil es sich um meine eigene Gemeinde handelt. Für mich ist es im Moment oke, ich bin jung und ärgere mich beim Sonntagsgottesdienst manchmal auch über die grässliche Musik und die Sängerinnen, die im Gleichschritt total unfrei hinundherwackeln. Aber ich möchte nicht, dass meine Kinder mal in einer solch riesige, allzu gut organisierten Gemeinde aufwachsen. Ich finde es braucht Kinder- und Jugendarbeit, unbedingt. Aber es braucht genauso eine Gemeinschaft, zwischen allen Generationen. Gegenseitige Wertschätzung, und damit verbunden viele verschiedene Ideen und gemeinsame Förderung sollte das Ziel einer Gemeinde sein. Gemeinsam an einem Strang ziehen, auch wenn man vielleicht nicht immer gleicher Meinung ist.
Ich habe zwei Freundinnen, die in kleinere und viel weniger unterteilte Gemeinden gehen. Und es ist so schön, wenn ich dort bin. Die alten Leute, die soviel Lebenserfahrung haben, die auch Interesse an den Jungen zeigen. Die Generationen der Eltern, die ganze Horden von Jugendlichen am Sonntag zum Mittagessen einladen. Gespräche mit Leuten, die mit ihrer Lebenserfahrung und Weisheit soviel guten Rat geben können.