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Vegetarismus/Veganismus

Joel Joel
Insider
erstellt am: 07. 11. 09, 22:11 Uhr

Hallo Emma

Jeschua war ja ein Jude und da damals der Tempel noch stand, wurden dort auch Tiere geopfert. Schauen wir also, was er dazu meinte:

Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voll Aussatz. Und als er Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht, bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen! Da streckte er die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will; sei gereinigt! Und sogleich wich der Aussatz von ihm. Und er befahl ihm, es niemand zu sagen: Geh vielmehr hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
Und Moses hat dazu "befohlen":
Dieses Gesetz gilt für den Aussätzigen am Tag seiner Reinigung: Er soll zu dem Priester gebracht werden. Und der Priester soll [dafür] hinaus vor das Lager gehen, und wenn er nachsieht und findet, dass das Mal des Aussatzes an dem Aussätzigen heil geworden ist, so soll der Priester gebieten, dass man für den, der gereinigt werden soll, zwei lebendige Vögel bringt, die rein sind, und Zedernholz, Karmesin und Ysop; und der Priester soll gebieten, dass man den einen Vogel schächtet in ein irdenes Geschirr, über lebendigem Wasser. Den lebendigen Vogel aber soll man nehmen mit dem Zedernholz, dem Karmesin und Ysop und es samt dem lebendigen Vogel in das Blut des Vogels tauchen, der über dem lebendigen Wasser geschächtet worden ist; und er soll denjenigen siebenmal besprengen, der vom Aussatz gereinigt werden soll, und ihn so reinigen; und den lebendigen Vogel soll er in das freie Feld fliegen lassen.

Der erste Vers scheint mir folglich nicht gerade der Ratschlag eines Vegetariers zu sein (wenn auch es hier nicht um den Fleischverzehr geht). Ich denke deshalb, dass es einem schwer fallen wird, diese Position mit der Bibel zu begründen, was aber wiederum nicht heisst, dass sie falsch ist. Hier aber trotzdem noch eine "Pro-Vegetarier-Seite": Jesus und die ersten Christen waren Freunde der Tiere

Gruss, Joel

emma emma
Insider
erstellt am: 07. 3. 10, 17:59 Uhr

hey leute
ok. der vers mose 14,2-7 scheint ein recht gutes argument zu sein, dass das christentum nicht vegetarisch leben muss.
nur: ich persönlich berufe meinen glauben nicht auf die bibel sondern auf das, was ich einfach für richtig halte und auf die 10 Gebote. Was natürlich nicht heisst, dass ich die bibel voll und ganz ablehne.
Allerdings verstehe ich das alte Testament so wie so nicht. Als Moses die Israeliten aus Aegypten befreite, sagte er doch dass er der Gott des Volkes Israels ist. Und er strafte die Aegypter mit den sieben Plagen.
Für mich ist das alles sehr schwer zu begreifen. V.a. kann ich mir nicht vorstellen dass Gott so grausam sein kann. Er liebt die Ägypter doch genauso wie die Israeliten, wie die Chinesen (Atheisten), wie die Pakistaner(Moslems) und alle andren. Er sagt ja auch dass er die Sünder liebt.
darum fällt es mir sehr schwer an das alte Testament zu glauben.

so. jetz zu meinem eigentlichen thema:
Bezieht sich denn das 5. Gebot wirklich nur auf Menschen?
und warum darf man seit noah wieder fleisch essen?
übrigens habe ich noch eine schöne stelle im internet zum thema der fisch essende jesus gefrunden: "Es gibt zwischenzeitlich Beweise dafür, dass das Wunder, das als die Geschichte von den Brot und Fischen bekannt ist, ursprünglich gar nicht von Fisch handelte. Einige Bibelexperten sind der Ansicht, dass das griechische Wort für “fishweed” (eine getrocknete Meeresalge) später fälschlicherweise als “fish.” (Fisch) übersetzt wurde. "Fishweed" war ein populäres Lebensmittel der palästinensischen Landbevölkerung, weswegen es höchstwahrscheinlich ist, dass es sich zusammen mit Brot in dem Korb befand. In anderen Geschichten ruft Jesus die Fischer an, nicht Tiere zu töten, sondern sich als "Fischer der Menschen" zu betätigen. Er appelliert an sie, allen Lebewesen mit Mitgefühl zu begegnen und gnädig zu sein, dazu ein Zitat aus Hosea: "Ich wünsche Gnade und keine Opfer."

Zitat
Geh vielmehr hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!

dass mit "opfere für deine Reinigung" die Tiere gemeint sind, ist nicht durchschaubar.
sicher kennst du das sprichtwort: für etwas opfer bringen.
damit ist nicht gemeint dass du ein paar kühe kaufen sollst und sie töten sollst, sondern dass du nicht nur etw. sagen sollst, sondern dass du auch danach leben sollst. z.B. nicht nur in die kirche rennen oder die zehn gebote lernen sollst, sondern dass du auch nach gottes gesetz leben sollst.

aber ich muss mich auch nicht mal auf Gott und die Kirche beziehen um den Vegetarismus zu begründen.
http://video.google.de/videoplay?docid=3664359489218547625#
ich denke hinter diesem kleinen link finden sich genug gründe, vegetarisch zu leben.
wir sollen über die schöpfung herrschen- aber sie nicht ausbeuten.
vegetarismus gehört für mich in die Kathegorie "liebe zur schöpfung". schade, dass ihr "liebe zur schöpfung" als überbewertung anseht

Joel Joel
Insider
erstellt am: 07. 3. 10, 18:52 Uhr

emma
Zitat
Geh vielmehr hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!

dass mit "opfere für deine Reinigung" die Tiere gemeint sind, ist nicht durchschaubar.
sicher kennst du das sprichtwort: für etwas opfer bringen.
damit ist nicht gemeint dass du ein paar kühe kaufen sollst und sie töten sollst, sondern dass du nicht nur etw. sagen sollst, sondern dass du auch danach leben sollst. z.B. nicht nur in die kirche rennen oder die zehn gebote lernen sollst, sondern dass du auch nach gottes gesetz leben sollst.
Das ist so gemeint, wie "Mose befohlen hat" und Mose hat so befohlen, wie ich oben zitiert habe. Du musst die Stelle schon im damaligen und nicht im christlichen Kontext auslegen.

emma
so. jetz zu meinem eigentlichen thema:
Bezieht sich denn das 5. Gebot wirklich nur auf Menschen?
Wenn du mit dem 5. Gebot "Du sollst nicht töten" meinst (katholische Nummerierung), dann muss ich dich leider enttäuschen. Denn diese Stelle ist meist irreführend übersetzt. Genaue Übersetzung: "Du sollst nicht morden". Diese Stelle darf man also nicht pazifistisch oder vegetarisch verstehen, da sie das Töten gar nicht verbietet. Ich würde der Unterschied zwischen Morden und Töten etwa so beschreiben: Morden ist Töten, aber aus niedrigen Beweggründen (Rache, Hass, Eifersucht, …). Aber wenn jemand sinnlos Tiere abschlachtet, dann gehört das m.E. auch unter Morden.

CHrist1291 CHrist1291
Fairkeeper
erstellt am: 08. 3. 10, 10:49 Uhr

emma
Er appelliert an sie, allen Lebewesen mit Mitgefühl zu begegnen und gnädig zu sein, dazu ein Zitat aus Hosea: "Ich wünsche Gnade und keine Opfer."

Ich nehme an, du beziehst dich hier auf Hosea 6,6:

Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.

Wenn man den ganzen Hosea anschaut, dann merkt man, dass es Gott darum ging, sein Volk aufzurütteln. Sie hatten seinen Bund verletzt. Für Gott geht es in diesem Buch darum, sein Volk daran zu erinnern um was es wirklich geht. Das Zentrale sind nicht die Opfer an sich, sondern das, was sie ausdrücken sollten: Die Ehrfurcht und die Liebe zu Gott. Es geht um die Beziehung Gott-Mensch und nicht um Mensch-Mensch oder Mensch-Tier. Ich weiss auch nicht, wo du das Wort Gnade herhast, ich habe die Stelle im Hosea jedenfall nigends so gefunden.

emma
und warum darf man seit noah wieder fleisch essen?


1.Mose 9,1-4
(1)Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde!
(2)Furcht und Schrecken vor euch soll kommen über alle Tiere der Erde und über alle Vögel des Himmels, über alles, was auf Erden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben!
(3)Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Nahrung dienen; wie das grüne Kraut habe ich es euch alles gegeben.
(4)Nur esset das Fleisch nicht, während seine Seele, sein Blut, noch in ihm ist!

Gott verbietet hier lediglich den Genuss von Blut.

Andere Frage: Wie interpretierst du dann z.B. Johannes 21?

gby

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